Das kleine Mädchen

 

   

Es war ein mal ein kleines Mädchen. Es war arm und es wusste nicht, wie ihm geschehen würde …

 

Ihre Eltern waren früh gestorben und so musste es allein im Leben zu Recht kommen.  Sie wohnte in einem alten Haus, einem Holzhaus welches sehr gemütlich war. Eingerichtet voller Liebe. Dieses kleine Haus besaß einen kleinen verwilderten Garten. Aber eigentlich war er nicht verwildert. Es wuchsen die verschiedensten Kräuter in ihm.  Direkt am Haus gab es einen Busch Walderdbeeren. Es gab Holunderbüsche und einen Apfelbaum, welcher viele wunderbar köstlich schmeckende rote Äpfel trug.

Und so war das Mädchen zwar arm an Geld aber reich an Lebensmitteln.

Schon früh lernte dieses Mädchen von seinen Eltern wie man  von diesen Kräutern etwas zu essen machen kann.

 

So konnte sie Spinat aus Brennnesseln herstellen und zum Nachtisch gab die die wunderbar süßschmeckenden roten Walderdbeeren.

 

Auch gab es neben dem Haus einen kleinen Stall. Dort lebte  eihre kleine Ziege und mit einem Hahn und vier Hennen, die dem Mädchen ihre Eier spendeten.

 

So wuchs das kleine Mädchen heran. Zufrieden mit sich und der Welt. Nicht wissend, was „draußen“ in der Welt so vor sich geht. So vergingen viele Jahre.

Mittlerweile war sie zu einer jungen Dame herangewachsen.

 

Sie war hoch und schmal gewachsen. Ihre dunkelbraunen Haare  umrandeten ihr wunderschönes Gesicht. Sie reichten Ihr bis zur Schulter. Glänzend und glatt – voller Fülle. Es war eine Augenweide wenn Die Sonnenstrahlen sich in ihrem Haar verloren und so blitzen diese wunderschönen Haare in diesem Sonnenlichte.

 

Ihr Gesicht war von feinen Zügen, Mandelförmige rehbraune Augen schmückten Ihr Gesicht, ebenso die feine Nase. Ihre Lippen waren voll und von einem satten rot.

 

Diese junge Frau war wohl das was man eine Dame nennt – nur – wer genau hinsah, konnte diese Schönheit sehen, denn ihre Kleidung war die eines armen Frau. Die beigen Leinenkleider waren dreckig von den vielen Jahren geworden. Und ihre Schuhe waren aus Fell. Diese hielten ihr im Winter schön die Füße warm.

 

Ein paar Meter weiter vom Haus entfernt, schwamm ein kleiner Gebirgsbach plätschernd vor sich hin. Kristallklares reines Gebirgswasser erfrischte das Mädchen. Oft saß sie einfach dort unter der Weide am Bach und sah in das Wasser. Sie sah, wie verschiedene kleine Fische hin und herschwammen.  Wie Frösche ihr Lied singend von einem Seerosenblatt zum nächsten hüpften.

 

Seerosen in einem Bach fragen sie sich? Ja, sehr ungewöhnlich. Denn normalerweise wachsen diese zarten Pflanzen in Seen und nicht in fließendem Gewässer. Aber hier war es eben anders. Dieser friedvolle Ort war verzaubert. Am Rande des Wassers wuchsen Glockenblumen. Blaue, violette und sonnengelbe Glockenblumen. Die fleißigen Bienen hatten immer ihre Freude, sich in diesen Blütenkelchen den süßlichen Nektar zu holen.

 

Noch etwas war sehr ungewöhnlich. Wenn das Mädchen so vor sich hinschaute, so konnte sie kleine winzig kleine Elfen sehen. Sie für war es ganz natürlich, die Elfenfamilien zuzuschauen. Sie sah, wie sich erfreuten. Mit ihren Flügeln sich der Sonne entgegenregten. Sie konnte am leben dieser zarten Wesen teilnehmen. So war sie nie allein.

 

Und doch. Manchmal an regnerischen Tagen und noch schlimmer in der Nacht kam ihr Gedanken, was wohl außerhalb ihres kleinen Reiches los war. Sie fragte sich, ob es noch Wesen ihrer Art geben würde. An solchen Momenten, fühlte sie sich sehr einsam und dunkle Gedanken durchströmten Ihre Gedanken.

Aber jedes Mal wenn diese grauen Gedanken grauer ja fast anthrazitfarben wurden, so sprach eine Stimme zu ihr:

 

„Du bist nicht allein!“ Ich bin bei Dir und werde immer für Dich da sein. Du kannst mit mir sprechen und fühlen kannst du mich auch. Lasse Dich ein in mich. Denn ich will nur Gutes.“

 

„Wer spricht denn da zu mir?“ fragte die Frau. Ich kann dich nicht sehen und doch höre ich dich.“. das kann doch nicht sein!“.

 

„Ich“, so sprach die Stimme zärtlich, „ ich bin Dein Schutzengel. Ich bin seid Dir, als Du das erste Mal das Licht dieses Lebens gesehen hast! Ich war bei Dir in der schweren Zeit, als Deine Eltern von Dir gingen um Dir Trost zu spenden. Deshalb fühltest Du dich nicht allein. Ich half dir im Garten und war bei Dir als du dem Spiel der Elfen zugesehen hast. Weißt Du, die allermeisten Menschen können Elfen überhaupt nicht sehen.  Und viele Menschen können Ihren eigenen Engel nicht hören und spüren.“. Eine weile dachte die junge Frau nach. „Ja, ich habe mich nie allein gefühlt. Und immer fühlte ich mich geborgen. Ich frage mich nur, ob es noch andere meiner Art gibt. Kannst Du mir das verraten?“

 

„Oh“, sage der Engel, „aber natürlich gibt es Wesen Deiner Art. Es gibt sogar sehr viele. Es ist an der Zeit mein Kind, dass Du dich auf die Reise machst, andere Menschen kennen zu lernen und die Welt zu erkunden.“ Schlafe ein paar Nächte über meinen Vorschlag. Und sage mir Bescheid, ich werde wenn Du magst – dich auf Deiner Reise begleiten.“

 

Das Mädchen nickte lächelnd. „Ja, ich werde nachdenken. Und ich werde Dir sagen, wie ich mich entscheide.“

 

In dieser Nacht konnte die junge Frau nicht schlafen. Konnte sie ihr Heim allein lassen? Hier fühlte sie sich wohl, hier wusste sie ganz genau was kommt wie alles war. Wie der Tag sein würde. Was würde sie erwarten? Alles ist neu und fremd. Angst durchströmte ihre Brust und zwang sie tief Luft zu holen. Ihre Brust fühlte sich eng an. „Hab keine Angst, ich bin bei Dir.“ Hörte sie ihren Engel flüstern. Schlafe und gebe mir Deine Gedanken. Morgen reden wir weiter.